Neustädter Farben

Mein Blick fällt in einen der Hauseingänge, in dem ein Meer von gelben Sternen an der Decke leuchtet. Hier gibt es die unterschiedlichsten Restaurants. „Wenzels Prager Bierstuben“ sorgte für die Sterne, zwei Straßen weiter zeigt der „Red Rooster“ den roten Hahn auf seinem Schild.

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Von hier geht es nun über die Platanenallee auf der Hauptstraße zum Albertplatz. In der Mitte der Straße steht die Dreikönigskirche, die Pfarrkirche der Inneren Neustadt. Von ihrem Turm kann man einen wundervollen Ausblick über die Stadt genießen.

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Man sollte nur daran denken, um fünf Uhr nachmittags pünktlich wieder unten zu sein, denn dann schließt der Turm. Ich muss lachen, als ich mich daran erinnere, dass ich in diesem Kirchturm wirklich einmal festsaß. Gefesselt von den vielen schönen Ausblicken hatte ich nicht an die Schließzeit gedacht. Leider konnte ich mich nicht wie Rapunzel an meinem Haar abseilen – es ist zu kurz. Die Rettung kam dann aber nach einem kurzen Anruf (gelobt seien Taschenlampe und Mobiltelefon) in Gestalt des Schlüsselmeisters, der mich aus meinem Turmgefängnis entließ.

Ich komme nun in die Äußere Neustadt, das Dresdner Kneipen- und Szeneviertel. Hier herrscht Leben. Es ist Samstag, das Partyvolk ist auf den Beinen. Wie Schatten huschen die Leute vorüber. Überall Lachen, Stimmengewirr, Musik. Es regnet wieder stärker, also zieht es mich in die Kunsthöfe. Alte unfreundliche Hinterhöfe wurden von verschiedenen Künstlern in eine bunte Zauberwelt verwandelt.

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Ich betrachte die Regen- und die Sonnenseite im Hof der Elemente.

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Dazu das Licht in den Durchgängen zwischen den Häusern. So unterschiedlich und wunderschön können Lichter, Farben und Formen inszeniert werden. Ohne Worte ...

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Hier endet meine Tour, durch den Regen hindurch begebe ich mich auf den Heimweg. Mehrere Stunden war ich unterwegs durch die Nacht – eine verzauberte Nacht im Winter.

Antje König

Dresden, 19./ 20. Januar 2008