Kirchen- und Brückenblicke

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Ich werfe einen Blick nach oben und entdecke über mir die Orgel aus einer wirklich interessanten Perspektive. Sie wurde Mitte des 17. Jahrhunderts von dem Lübecker Friedrich Stellwagen hergestellt und ist die größte neu gebaute Barockorgel der damaligen Zeit, die in Europa noch existiert.

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Aus der Entfernung zeigen sich die Ausmaße des prachtvollen Instruments. Ich gehe nach vorn und werfe einen Blick in die filigranen Gewölbe des Chorraumes, die noch der Restaurierung harren.

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Das hinter mir liegende Mittelschiff leuchtet in heller Farbe.

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Hinter dem Altarraum befindet sich ein Umgang mit mehreren Kapellen und Gedenkstätten. Als ich dort hindurch laufe, bemerke ich an der Wand ein altes Gemälde eines unbekannten Künstlers. Es ist um 1900 entstanden und zeigt eine Seebestattung. Lange schaue ich mir dieses Bild an, die Stimmung darin ist mir irgendwie vertraut. Erst vor kurzem habe ich von einem Menschen Abschied genommen, den ich sehr geliebt habe. Nun, er ist nicht gestorben, aber der Schmerz und die Trauer sind nicht weniger stark und werden mich wohl noch eine Weile begleiten. Was mir bleibt, sind meine Erinnerungen ...

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Nachdem ich ein wenig durch die Stadt geschlendert bin - die Kamera hat sich dabei eine kleine Pause verdient - geht es wieder über die Rügenbrücke zurück auf die Insel. Was sagen Sie? Die Richtung ist falsch? Stimmt genau, denn ich habe mich wieder einmal verfahren und benutze die Brücke heute also bereits zum dritten Mal. Aber wie immer, wenn ich gezwungen bin, das zu tun ...

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... wird es spannend. Oder wer kann von sich behaupten, die Altstadt von Stralsund rechts der Brücke, die Hafenkräne und Industrieanlagen links der Brücke und die vorbeifahrenden Autos auf der Brücke jemals zur gleichen Zeit gesehen zu haben, ohne ein einziges Mal den Kopf drehen zu müssen?

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Über dem Sund braut sich inzwischen etwas zusammen. Ich erreiche die Insel kurz vor den ersten Regentropfen, dann öffnet Petrus die Schleusen und zeigt, was er kann.