Residenzgeschichten erzählen...

Es ist Montag. Ein kalter Montag und es regnet in Strömen. Etwas missmutig schaue ich aus dem Fenster meines Hotelzimmers. Doch das, was ich heute vorhabe, wird meine graue Stimmung schnell verfliegen lassen. Mein Ziel ist die Münchner Residenz, das prachtvolle Stadtschloss der Wittelsbacher. Dort angekommen, empfangen mich zunächst wieder Baugerüste. Die altehrwürdige Anlage wird innerhalb der nächsten 12 Jahre saniert. Nachdem ich mir die Schatzkammer angeschaut habe, führt mich mein Weg in die Räume des Residenzmuseums.

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Die Grottenhalle entführt mich ins Reich der Meere.

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Die fantasievollen Gebilde aus Tuffstein und Muscheln an den Wänden erinnern mich unwillkürlich an meinen letzten Aufenthalt an der Ostsee. Als ob sie meine Gedanken erahnen könnten, grinsen mich die Figuren mit ihren Muschelaugen an.

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Wenige Augenblicke später stehe ich im Antiquarium, dem wohl bedeutendsten und größten profanen Raum der Renaissancezeit nördlich der Alpen. Ende des 16. Jahrhunderts war er für die Antikensammlung und die herzogliche Bibliothek geschaffen worden.

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Später wurde der Saal "tiefer gelegt" und zum Festsaal umgebaut. Ich bin beeindruckt von dem prachtvollen Gewölbe, aber auch von den Skulpturen, die in den Nischen und an den Wänden ihren Platz gefunden haben ...

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... oder sich genüsslich in der Halle räkeln.

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Allegorische Figuren des Ruhmes und der Tugenden schmücken die Decke.

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Ich gehe weiter und werfe durch die Tür hindurch noch einen Blick in den Brunnenhof. Durch den schwarzen Saal und die Kurfürstenzimmer gelange ich nun in den Ostflügel der Residenz.

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Hier befinden sich die prächtigen Trierzimmer, die nach Klemens Wenzeslaus von Sachsen, dem Kurfürsten und Erzbischof von Trier, benannt wurden. Dieser wohnte häufig hier, die Räume dienten aber auch als Gäste- und Ratszimmer.

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Nach einem Blick aus dem Fenster in den Kaiserhof (es regnet immer noch) ...

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... komme ich an der Kaisertreppe vorbei ...

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... direkt in den Kaisersaal, den bedeutendsten Festsaal der Residenz. Ereignisse von allerhöchstem Rang fanden hier statt. Ich setze mich auf einen der Stühle und versuche, mir den Raum angefüllt von Musik, Stimmengewirr und Menschen in festlichen Gewändern vorzustellen.

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Als ich anschließend durch eine der Türen gehe, finde ich mich in einem lichten, hellen Raum wieder - dem Vierschimmelsaal. Leider ist von den vier weißen Schimmeln, die den Wagen des Sonnengottes Apoll zogen und dem Raum ihren Namen gaben, nichts erhalten. Sie hatten früher ihren Platz in dem großen ovalen Gemälde an der Decke. Dort zeigt sich jetzt nur noch ein bewölkter Himmel.

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Gleich hinter dem Saal liegen die Steinzimmer, einst im 17. Jahrhundert die größte und bedeutendste Raumfolge der Residenz. Ihren Namen entsprechend sind diese Zimmer reich mit Marmor und Stuckmarmor ausgestattet.

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Hinter den Steinzimmern fällt mir dieser vergleichsweise schlichte Durchgang mit seiner weißen Stuckdecke ins Auge. Auffällig ist der Kontrast, den er zu den zahlreichen farbenprächtigen Räumen bildet.