KZ - Gedenkstätte Dachau

Im Jahr 1933, kurz nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, wurde in Dachau ein Konzentrationslager für politische Gefangene eingerichtet. Es war das erste seiner Art und Modell für alle weiteren Konzentrationslager, die folgen sollten. Außerdem diente es der SS, unter deren Herrschaft es stand, als Schulungsstätte. Mehr als 200 000 Menschen aus ganz Europa waren innerhalb von 12 Jahren hier und in den dazugehörigen Außenlagern inhaftiert, über 43 000 verloren ihr Leben. Auf Initiative der überlebenden Häftlinge entstand 1965 die Gedenkstätte des ehemaligen KZ Dachau. An diesen Ort führt mich heute mein Weg.

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Ich betrete die Gedenkstätte durch das Jourhaus, das ehemalige Wachgebäude der Lagerleitung. Das schwere geschmiedete Eisentor vor dem Durchgang trägt die Aufschrift "Arbeit macht frei". Mir wird es kalt, als ich das lese. Durch dieses Tor kamen die Häftlinge ins Lager und wurden dann täglich zu ihren Arbeitskommandos geschickt. Was nach außen hin verharmlosend als Arbeits- und Umerziehungslager propagiert wurde, bedeutete für die Gefangenen Zwangsarbeit unter sklavischen Bedingungen und mehr als oft den sicheren Tod.

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Die Gedenkstätte umfasst das Gebiet des ehemaligen Gefangenenlagers und den Bereich des Krematoriums. Entlang der zentralen, von Pappeln gesäumten Lagerstraße deuten steinerne Einfassungen die frühere Lage der insgesamt 34 Baracken an.

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Schon von weitem ist die evangelische Versöhnungskirche zu sehen, welche auf Initiative ehemaliger Häftlinge auf dem Gelände errichtet und 1967 eingeweiht wurde.

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Ein schlichter Gedenkstein führt mich in den Bereich des Krematoriums - heute zentraler Gedenkort und Friedhof der KZ-Gedenkstätte Dachau.

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Beide Krematorien des KZ sind im Original erhalten. Die Öfen waren oft Tag und Nacht in Betrieb, um die Toten aus dem Lager zu beseitigen. Auf dem Gelände fanden auch Hinrichtungen statt.

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Unter dem Namen "Baracke X" wurde 1942/43 das größere Krematorium gebaut.

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1940 ließ die SS dieses erste Krematorium errichten, da die Zahl der Toten im Lager stark gestiegen war. Etwa 11 000 Häftlinge wurden bis 1943 hier eingeäschert.

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Die Asche der verbrannten Toten schüttete man in Gruben. Nach der Befreiung des Lagers wurden diese Orte als Grabstätten gekennzeichnet und Grabmale darauf errichtet.

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Ein schlichtes Kreuz steht auf einem der Aschegräber. Vor dem größeren Krematorium befindet sich das Denkmal des unbekannten Häftlings von Fritz Koelle.

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Die Bronzefigur des hageren Mannes in seiner viel zu großen Häftlingskleidung schaut verloren ins Nichts. Und doch erscheint er aufrecht und würdevoll.

"Den Toten zur Ehr, den Lebenden zur Mahnung"