Eine Balkonszene

Es ist ein später Abend im Winter. Fast zu warm für diese Jahreszeit, etwas windig und der Himmel ist wolkenverhangen. Ich beginne meine nächtliche Fototour auf der Brühlschen Terrasse. Dieser ehemalige Teil der Dresdner Stadtbefestigung wird auch als „Balkon Europas“ bezeichnet wegen der prachtvollen Bauten und der schönen Aussicht, die sich dem Besucher hier bietet. Ein erster Blickfang sind die Kuppeln der Frauenkirche und der Kunstakademie, die an zwei ungleiche Schwestern erinnern – die eine geschwungen und aus schwerem Sandstein, die andere aus Glas, hell erleuchtet und federleicht dahinschwebend. Die eine bekrönt ein goldenes Kreuz, auf der anderen posaunt die golden strahlende Figur der antiken Göttin Fama alle Neuigkeiten hinaus in die Welt.

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Ich gehe die Terrasse entlang, vor mir schwingt sich der stolze Turm der Katholischen Hofkirche in die Höhe, begleitet vom Turm des alten Ständehauses und dem gelb beleuchteten barocken Giebel des Café „Sekundogenitur“.

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Hinter der Kunstakademie bietet sich plötzlich ein atemberaubender Anblick – über der festlich erleuchteten Münzgasse erhebt sich die Frauenkirche in voller Größe. Nicht nur ich bin beeindruckt, auch zwei Japaner vor mir sind in den Anblick versunken.