Die Hünengräber von Lancken-Granitz

huenengraeber_1.jpg

Die Insel Rügen ist eine der Gegenden innerhalb Deutschlands, in denen frühgeschichtliche Grabkultur und slawische Burgwallanlagen in besonderer Weise die Landschaft prägen. Über die ersten Bewohner der Insel, ihre Weltanschauung, ihre Götter und Tempel ist leider nur wenig bekannt. Doch ihr Erbe ist weithin sichtbar und hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren.

huenengraeber_2.jpg

Etwa einen Kilometer südwestlich des Dorfes Lancken-Granitz befindet sich eine der größten zusammenhängenden Grabanlagen der Jungsteinzeit. Sieben der Großdolmen sind noch erhalten, sie liegen genau auf einer Linie. In früheren Zeiten waren es mehr als doppelt so viele. Bereits von weitem kann man die Hügel gut erkennen, bewachsen von mächtigen Bäumen - sehr oft sind es Eichen.

huenengraeber_3.jpg

Jede der Grabanlagen sieht anders aus. Sie wurden über längere Zeit immer wieder genutzt - es fanden sich dort Grabbeigaben aus unterschiedlichen Epochen. Neugierig wie ich bin, krieche ich in die Grabkammer des östlich gelegenen und am besten erhaltenen Großdolmens. Sie ist aus Rotsandstein gebaut und obwohl ein riesiger Stein direkt über mir liegt, könnte ich mir vorstellen, in dieser Kammer zu schlafen. Ich weiß nicht, woher ich das Vertrauen nehme, doch es fühlt sich ausgesprochen geschützt und geborgen an wie in einer Höhle.

huenengraeber_4.jpg

Etwas weiter westlich befindet sich ein weiteres Grab, das jedoch teilweise eingestürzt ist. Ein Deckstein fehlt. Als Beigaben wurden hier Pfeilspitzen, Feuersteinbeile und einige Bernsteinperlen gefunden.

huenengraeber_5.jpg

Ein rechteckig gestaltetes "Hünenbett" umgibt die Kammer auf dem Hügel daneben. Hier fanden Bestattungen bis in die Bronzezeit hinein statt, wie die Fundstücke aus dem Grab beweisen.

huenengraeber_6.jpg

Diverse Werkzeuge, Klingen, Beile, Pfeilspitzen, Bersteinperlen, Scherben und Gefäße gehörten zur Ausstattung dieser Grabkammer. Hier wurden auch die Überreste menschlicher Skelette gefunden.

huenengraeber_7.jpg

Die frühgeschichtlichen Grabstätten waren weit mehr als nur Bestattungsplätze. Sie waren Heiligtümer und zeremonielle Stätten, auch Tore zur "anderen Seite". Hier wurden die Übergänge von Leben und Tod erfahrbar. Hier war man den Ahnen nah, konnte mit ihnen in Verbindung treten und sie um Rat bitten.

huenengraeber_8.jpg

Es sind heilige Plätze, deren Kraft man bis heute spüren kann, wenn man sich darauf einlässt.

huenengraeber_9.jpg

Orte, die es zu ehren und zu erhalten gilt.