Die Göhrener Kirche am Speckbusch

Oft schon bin ich durch den kleinen Ort Göhren gelaufen. Am Abend fielen mir immer die beleuchteten Türme der Kirche ins Auge.

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Das aus Ziegeln errichtete Gotteshaus wurde 1930 geweiht, Bemühungen um den Bau einer Kirche gab es jedoch schon viel früher. Doch der Krieg machte die Pläne vorerst zunichte. So konnte erst 1929 der Grundstein gelegt werden.

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Im Inneren erwartet mich ein schlichter heller Saal. Von der hölzernen Kassettendecke hängt ein Votivschiff - das Modell einer Bark mit dem Namen "Seeadler" - und auf dem Altar stehen unter dem Kreuz die geschnitzten Figuren von Maria und Johannes in Mönchguter Tracht. Ich setze mich in eine der Bänke und habe plötzlich das Gefühl, nicht allein zu sein. Niemand ist da, und doch scheint der Raum mit Menschen gefüllt. Es ist eine ausgesprochen warme und freundliche Atmosphäre, die ich hier spüren kann.

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Die Sonne scheint durch die bunten Glasfenster zu beiden Seiten des Altars, ihr Licht zaubert bunte Reflexe auf die Wände. Im kleinen Kirchenführer finde ich ein wundervolles Zitat von Elisabeth Kübler-Ross :

"Auch Menschen sind wie solche Kirchenfenster. Wenn die Sonne scheint, strahlen sie in allen Farben. Aber wenn die Nacht kommt, kann nur ein Licht im Inneren sie voll
zur Geltung bringen."

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Nachdem ich die Stille in der Kirche noch ein wenig genossen habe - welche übrigens auch die Turmfalken zu schätzen wissen, denn sie wohnen hier - schaue ich mir die Umgebung an.

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Vom Speckbusch, so heißt dieser Hügel, auf dem sich auch eine bronzezeitliche Grabanlage befindet, bietet sich ein wunderschöner Ausblick auf die Umgebung - die Halbinsel Mönchgut.

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Unten auf den Feldern wird gearbeitet. Den Traktor begleitet dabei ein ganzes Gefolge von Möwen, die darauf hoffen, das etwas für sie abfällt.

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Und auch die Disteln haben ihre "Fangemeinde" und werden von zahlreichen Schwebfliegen umschwirrt.

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Ich gehe hinunter zum Strand, immer wieder begegnen mir bunte Blumen. So wie die Mohnblume, auf der noch die Wassertropfen des letzten Regenschauers schimmern. Den Rest des Tages werde ich in Ruhe verbringen, allein mit mir und der See.