In der Unterwelt des Dachsteingebirges

Noch immer ist es regnerisch, aber warm. Ich beschließe, heute einmal abzutauchen. Nicht auf, sondern in den Berg hinein zu gehen. Der Dachstein ist von zahlreichen Höhlensystemen durchzogen, die ursprünglich einmal eins waren, durch Erdbewegungen aber auseinander gerissen wurden. Teile dieser unterirdischen Welt sind begehbar, wie die Rieseneishöhle und die Mammuthöhle am östliche Ende des Hallstätter Sees.

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Um zu den Höhlen gelangen, muss ich jedoch nicht hinab, sondern zunächst hinauf. Die Eingänge liegen auf der halben Höhe des Bergmassivs. Oben angekommen geht es eine schmale Serpentine hinauf, dann betrete ich die Rieseneishöhle. Die Temperatur fällt von sommerlichen 20°C auf den Gefrierpunkt, die Reise ins Eis beginnt. Vorbei an einigen Tropfsteingebilden geht es nun tiefer und tiefer.

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Mit dem Blick auf die Menschlein rechts vor mir verstehe ich, warum diese Höhle den "Riesen" im Namen trägt.

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Die ersten Eisgebilde kommen in Sicht. Sie entstehen durch Sickerwasser, das von oben durch Felsspalten in die Höhle gelangt und in der kalten Atmosphäre gefriert.

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Bizarre Schönheiten entstehen auf diese Weise.

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Weiße, glänzende Kristallformen, ...

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... filigran und fließend, ...

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...mystisch und geheimnisvoll, ...

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... transparent und leuchtend, ...

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... kalt und doch lebendig.

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Der Weg nach draußen führt über eine tiefe Schlucht, gefüllt mit Eis ...

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... und am oberen Ende weist ein gefrorener Wasserfall den Pfad zum Ausgang aus dem unterirdischen Eispalast.

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Nicht weit entfernt, an einer anderen Stelle im Berg, befindet sich der Eingang in die Mammuthöhle, deren gewaltige Ausmaße mir den Atem stocken lassen.

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Bisher sind 60 Kilometer dieses Höhlensystems erforscht. Der Eingang liegt am höchsten, von dort aus geht es durch unterirdische Räume und Gänge bis zu 1199 Meter tief hinunter. Gewaltige Wassermassen haben einst diese phantastische Welt geschaffen.

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Überall begegnen mir Schatten und Bilder an den Wänden, gemalt von Mutter Natur selbst mit den unterschiedlichen Farben des Gesteins. Schließlich verlasse ich das Innere der Erde. Zurück an der Oberfläche, muss ich mich erst wieder an das Tageslicht gewöhnen.