Alte Meister und Musik

Der Morgen des Karfreitag beginnt grau und nass. Ich sitze in der U-Bahn und habe nicht die geringste Lust, auszusteigen und in den Regen hinauszugehen. Dann entschließe ich mich aber doch dazu und nur wenige hundert Meter von der Haltestelle entfernt erreiche ich mein Ziel - die Alte Pinakothek, die zu den bedeutendsten Galerien der Welt gehört. Über 700 herausragende Werke der europäischen Malerei sind hier ausgestellt.

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Imposant ist die Wirkung des von Leo von Klenze errichteten und 1836 eröffneten Gebäudes. Es wurde 1944 schwer beschädigt und später durch den Architekten Döllgast wieder hergerichtet. Deutlich erkennbar sind die Wunden, die der Krieg gerissen hat..

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Durch die Eingangshalle gelange ich zu einer schmalen doppelläufigen Treppe, die mich in die Säle führt. Schlicht und modern ist das Erscheinungsbild der einstmals prunkvoll ausgestalteten Räume.

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Der Weg durch die Ausstellungsräume gleicht einer Zeitreise durch die europäischen Länder vom 14. bis ins 18. Jahrhundert. Zur Orientierung sind die Säle in unterschiedlichen Farben gestaltet, so dass die Besucher wissen, wann sie eine Ländergrenze überschreiten.

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Der große Mittelsaal zeigt Werke von Peter Paul Rubens.

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Sonniges Gelb untermalt die Bilder der italienischen Barockmaler Tiepolo, Guido Reni und Luca Giordano.

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Feuriges Rot bildet den Hintergrund für die spanische Malerei, darunter Werke von El Greco, Murillo und Velázquez. Ich bleibe lange in der Galerie, entdecke immer wieder etwas Neues, bevor ich mich mit dem erworbenen Museumskatalog unterm Arm wieder auf den Weg in die Stadt begebe.

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Im Zentrum angekommen, werfe ich noch einen Blick auf die Theatinerkirche, um dann kurz entschlossen hineinzugehen. Die Gemeinde hat sich zum Karfreitags-Gottesdienst versammelt. Ich höre noch ein wenig zu, dann wird es Zeit zu gehen. Leise verlasse ich die Kirche. Das Prinzregententheater, eine der größten Bühnen Münchens und Sitz der Bayrischen Theaterakademie, wartet auf mich.

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Es wird bereits dunkel, als ich das Theater erreiche. Die Staatsoperette Dresden gastiert hier mit Andrew Lloyd Webbers Erfolgs-Musical "Jesus Christ Superstar". Heute schaue ich mir die Vorstellung an.

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Noch ist der Saal leer. Auf der Bühne läuft bereits der Soundcheck für das Orchester, die Solisten und den Chor.

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Ich lehne mich zurück und werfe einen Blick an die Decke, welche reich mit Renaissance-Ornamenten dekoriert ist. Einige der Motive erinnern mich an die Dresdner Semperoper.

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Das Haus wurde um 1901 vom Architekten Littmann nach dem Vorbild des Richard-Wagner-Festspielhauses in Bayreuth errichtet. Der Zuschauerraum mit seinen 1070 Plätzen hat die Form eines steil ansteigenden Amphitheaters.

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An der Rückwand befinden sich 9 Logen, in der Mitte die ehemalige Königsloge. Über ihr halten zwei Löwen das bayrische Wappen.

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Ich habe noch etwas Zeit und werfe einen Blick in die prächtig ausgestalteten Foyers.

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Schließlich suche ich mir meinen Platz im Saal, die Vorstellung beginnt.